Südzucker mit deutlichem Ergebnisrückgang im Geschäftsjahr 2025/26 - Prognose für Geschäftsjahr 2026/27 bestätigt

Mannheim, 21.05.2026 183.09 kB

Die Südzucker AG hatte am 27. April 2026 die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/26 (1. März 2025 bis 28. Februar 2026) veröffentlicht. Mit der heutigen Veröffentlichung des Geschäftsberichts folgen nun die endgültigen Angaben.

Der Konzernumsatz ging im Geschäftsjahr 2025/26 deutlich auf 8.352 (Vorjahr: 9.694) Millionen Euro zurück. Während der Umsatz in den Segmenten Zucker, Spezialitäten, CropEnergies und Stärke zurückging, blieb er im Segment Frucht stabil.

Das operative Konzern-EBITDA verzeichnete einen Rückgang auf 535 (Vorjahr: 723) Millionen Euro.

Das operative Konzernergebnis sank deutlich auf 163 (Vorjahr: 350) Millionen Euro. Dabei stand einer deutlichen Verschlechterung in den Segmenten Zucker, Spezialitäten und Stärke ein deutlicher Anstieg im Segment CropEnergies sowie ein leichter Anstieg im Segment Frucht gegenüber.

Das Capital Employed ging um 682 Millionen Euro auf 6.019 (Vorjahr: 6.701) Millionen Euro zurück. Wesentliche Ursache waren die erforderlichen Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte insbesondere in den Segmenten Zucker und Spezialitäten. Daneben ist auch das Working Capital moderat zurückgegangen. Dieser Rückgang resultierte insbesondere aus einem umsatzbedingten Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zusätzlich durch das im Geschäftsjahr 2024/25 eingeführte und im Geschäftsjahr 2025/26 ausgeweitete Factoring-Programm reduziert werden konnten. Trotz deutlich reduziertem Capital Employed führte der überproportionale Rückgang des operativen Ergebnisses dazu, dass sich der ROCE auf 2,7 (Vorjahr: 5,2) Prozent verschlechterte.

Segment Zucker mit deutlicher Ergebnisverschlechterung

Der Umsatz im Segment Zucker sank im Berichtszeitraum deutlich auf 2.786 (Vorjahr: 3.876) Millionen Euro. Der Rückgang ist einerseits auf im Geschäftsjahresdurchschnitt deutlich gesunkene Zuckerpreise und andererseits auf eine deutlich geringere Absatzmenge zurückzuführen.

Das Segment Zucker verzeichnete im Berichtszeitraum einen operativen Verlust von –177 (Vorjahr: –13) Millionen Euro. Diese deutliche Ergebnisverschlechterung wurde im Wesentlichen durch die zu Geschäftsjahresbeginn deutlich unter Vorjahr liegenden Zuckerpreise und die deutlich rückläufige Absatzmenge verursacht. Entgegen den Erwartungen haben sich die Zuckerpreise 2025/26 nicht erholt, da in Europa die Rübenmenge aus der Ernte 2025 - und damit auch die Zuckermenge - größer als erwartet war. Das konnte auch nicht von den ebenfalls deutlich gesunkenen Herstellungskosten kompensiert werden.

Zuckerrübenkampagne und Zuckerproduktion

Die Rübenanbaufläche in der Südzucker-Gruppe wurde 2025 um 18 Prozent auf 305.800 (Vorjahr: 373.800) ha reduziert, um die Zuckerproduktion an die europäische Nachfrage anzupassen. Die Rübenaussaat begann Mitte März 2025 und war dank günstiger Witterung deutlich früher als im Vorjahr abgeschlossen. Das Wachstum der Rüben wurde durch einen Wechsel zwischen niederschlagsreichem, kühlem und warmem, trockenem Wetter begünstigt. Die positive Ertragsentwicklung in Deutschland war unter anderem auf eine geringere Ausbreitung von SBR-/Stolbur-Symptomen aufgrund erstmals möglicher Anwendung von Insektiziden gegen die Schilf-Glasflügelzikade zurückzuführen.

Insgesamt wurden in 125 (Vorjahr: 135) Kampagnetagen 24,8 (Vorjahr: 29,0) Millionen Tonnen Rüben verarbeitet. Die Verarbeitung lief meist störungsfrei; nur in Teilen Deutschlands und Polens beeinträchtigte Frost die Qualität. In Rumänien und Moldau führten ungünstige Wetterbedingungen zu Ernteverzögerungen und einer Unterbrechung der Verarbeitung. Die Zuckererzeugung einschließlich Rohzuckerraffination im Konzern ging auf 3,8 (Vorjahr: 3,9) Millionen Tonnen zurück.  

Segment Spezialitäten mit deutlichem Ergebnisrückgang

Der Umsatz im Segment Spezialitäten sank leicht auf 2.216 (Vorjahr: 2.275) Millionen Euro. Dieser Rückgang ist zum einen darauf zurückzuführen, dass das Dressing- und Saucengeschäft von Richelieu in den USA im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2024/25 verkauft wurde und damit entsprechende Umsätze weggefallen sind. Zum anderen entwickelten sich die Preise überwiegend rückläufig. Das operative Ergebnis fiel deutlich auf 177 (Vorjahr: 203) Millionen Euro. Hauptursachen dafür waren vor allem insgesamt geringere Absatzpreise sowie wesentlich höhere Kosten, insbesondere für Personal.

Segment CropEnergies mit deutlich verbessertem Ergebnis

Im Segment CropEnergies ging der Umsatz deutlich auf 793 (Vorjahr: 959) Millionen Euro zurück. Dabei ist der Umsatzrückgang einerseits auf deutlich niedrigere Absatzvolumina, insbesondere infolge planmäßiger und außerplanmäßiger Wartungsmaßnahmen aufgrund technischer Schwierigkeiten, und andererseits auf die temporäre Stilllegung am britischen Standort Wilton zurückzuführen. Zudem lagen die Absatzpreise, trotz zuletzt gestiegener Preise für erneuerbares Ethanol, insgesamt unter Vorjahr.

Durch eine positive Entwicklung im vierten Quartal lag das operative Ergebnis im Berichtszeitraum mit 37 (Vorjahr: 22) Millionen Euro deutlich über dem Vorjahr. Dabei haben sich insbesondere im Vergleich zum Vorjahr geringere Nettorohstoffkosten und deutlich niedrigere Energiekosten positiv ausgewirkt.

Segment Stärke mit Ergebnis deutlich unter Vorjahr

Im Segment Stärke ging der Umsatz moderat auf 911 (Vorjahr: 955) Millionen Euro zurück. Zu diesem Umsatzrückgang trugen leicht rückläufige Preise und insgesamt rückläufige Absatzmengen bei den Hauptprodukten bei; die Absatzmengen bei Nebenprodukten konnten gesteigert werden. Zusätzlich wirkte sich der Entfall der Umsätze der rumänischen Tochtergesellschaft AGFD TANDAREI SRL seit 1. Juni 2025 infolge der Umstellung auf die At-equity-Konsolidierung dämpfend auf die Umsatzentwicklung aus. 

Das operative Ergebnis blieb mit 21 (Vorjahr: 36) Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahr. Ursächlich für den Ergebnisrückgang waren dabei niedrigere Preise, niedrigere Absatzmengen bei Hauptprodukten und höhere Rohstoffkosten. Positiv wirkte sich hingegen im Berichtszeitraum eine Versicherungsentschädigung für im Herbst 2024 entstandene Hochwasserschäden in Pischelsdorf/Österreich aus. Ergebnisverbessernd wirkte sich darüber hinaus der Ertrag aus der im Juni 2025 erfolgten Einbringung der Vermögenswerte der rumänischen Tochtergesellschaft AGFD TANDAREI SRL aus. 

Segment Frucht mit leicht verbessertem Ergebnis

Im Segment Frucht blieb der Umsatz bei gestiegenen Verkaufspreisen mit 1.646 (Vorjahr: 1.629) Millionen Euro stabil. Das operative Ergebnis konnte auf 105 (Vorjahr: 102) Millionen Euro verbessert werden, bedingt durch höhere Margen, trotz rückläufiger Absätze von Fruchtsaftkonzentraten. Der Absatz von Fruchtzubereitungen zeigte keine Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. 

Konzernprognose für 2026/27 bestätigt

Die am 16. Dezember 2025 erstmals veröffentlichte Konzernprognose für das Geschäftsjahr 2026/27 wird bestätigt und ein Konzernumsatz zwischen 8,0 und 8,4 (2025/26: 8,4) Milliarden Euro erwartet. 

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2026/27 wurde vom Vorstand das operative EBITDA - anstelle des operativen Ergebnisses - als auf Konzern- und Segmentebene wesentlicher steuerungsrelevanter Leistungsindikator festgelegt. Auf Konzernebene wird für das Geschäftsjahr 2026/27 von einem operativen EBITDA in einer Bandbreite zwischen 480 und 680 (2025/26: 535) Millionen Euro ausgegangen. 

Auf Basis eines erwarteten stabilen Capital Employed wird ein deutlicher Anstieg des ROCE prognostiziert (2025/26: 2,7 Prozent). 

Auch bei dieser Prognose für das Geschäftsjahr 2026/27 gilt es zu beachten, dass die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der weiterhin angespannten geopolitischen und weltwirtschaftlichen Situation auf den künftigen Geschäftsverlauf der Südzucker-Gruppe nur schwer abschätzbar sind. Vor diesem Hintergrund ist weiterhin mit erhöhten Volatilitäten auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten zu rechnen. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die weitere Entwicklung zollfreier Agrarimporte aus der Ukraine in die Europäische Union sowie mögliche zusätzliche Marktöffnungen im Zusammenhang mit internationalen Freihandelsabkommen wie Mercosur (z. B. Zucker und Getreide). Darüber hinaus sind die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen sowie die Dauer der globalen zollpolitischen Verwerfungen weiterhin schwer prognostizierbar.

Nächste Termine

  • Veröffentlichung der Q1-Quartalsmitteilung am 9. Juli 2026
  • Hauptversammlung am 16. Juli 2026 in virtueller Form

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